Feuerwehrtaugliche Wärmebildkamera mit erweiterter Realität durch Radarsensorik

Bei der Personensuche und zur Einsatzorientierung werden bereits Wärmebildkameras eingesetzt, die auch dicken Rauch durchdringen können. Sie zeigen allerdings lediglich einen zweidimensionalen Temperaturverlauf, bei dem die Temperaturverteilung innerhalb eines Raumes nicht dargestellt wird. Deshalb können die Einsatzkräfte insbesondere bei komplexeren Einsätzen die lokalen Gegebenheiten in den Räumen nur schwer abschätzen. Absturzkanten an Treppen, durchgebrannte Geländer, offen stehende Fahrstuhlschächte oder Atrien können so leicht übersehen werden und stellen hochbrisante Gefahren dar.

tunnel
Löschübung eines Lkw-Brandes in einem Straßentunnel unter realistischen Bedingungen in einer Brandsimulationsanlage. (Quelle: Berufsfeuerwehr Reutlingen)

Im Rahmen der Bekanntmachung: „Zivile Sicherheit – Schutz und Rettung bei komplexen Einsatzlagen“ des Bundesministeriums für Forschung hat sich der Verbund FeuerWeRR zum Ziel gesetzt, die für die Personensuche eingesetzten Wärmebildkameras um einen integrierten Radarsensor zu erweitern und somit die Koordination und die Navigation der Einsatzkräfte bei Gebäudebränden deutlich zu verbessen.

Folgende wissenschaftliche und technische Arbeitsziele werden mit diesem Forschungsprojekt verfolgt:

  • Entwicklung eines kompakten Radar-on-Chip Moduls für den Einsatz bei Dampf und Rauch.
  • Erforschung und Entwicklung von Methoden und Algorithmen zur Verarbeitung, Registrierung und Verknüpfung der gesammelten heterogenen Radar-, Inertial- und Infrarot-Sensorinformation.
  • Untersuchung und Entwicklung von Mustererkennungsverfahren für Szeneanalyse.
  • Entwicklung von Visualisierungsalgorithmen für die Dreidimensionalisierung des Wärmebildes.
  • Entwurf und Entwicklung einer intelligenten, intuitiv zu bedienenden Schnittstelle, die den Feuerwehrmann bei der Interpretation der Sensordaten bestmöglich unterstützt.
  • Bau eines Funktionsdemonstrators für Erprobung durch den Endnutzer.

Zahlen und Fakten

Programm
Forschung für die zivile Sicherheit
Bekanntmachung: „Zivile Sicherheit – Schutz und Rettung bei komplexen Einsatzlagen“

Projektlaufzeit
03/2015 – 02/2018

Fördersumme
1,9 Mio. €

Konsortium
5 Projektpartner  aus Indurstrie und Forschung
3 assozierte Parter aus Industrie und Behörden